GPS Tracker und Co.

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Gelöschter User

Re: GPS Tracker und Co.

#11 

Beitrag von Gelöschter User »

Es gibt viele Punkte, die gegen einen Tracker bei Motorrädern sprechen - die mangelnde Netzabdeckung ist nur eines von mehreren möglichen Problemen bei GPS-Trackern. Ein anderes ist deren Genauigkeit. Eine Genauigkeit von 10 Metern in einem Gebiet mit z.B. Mehrfamilienhäusern macht den Tracker wahrscheinlich nutzlos. Was nützt es, wenn Du weißt, dass Dein gestohlenes Motorrad innerhalb eines Radius von 10 Metern gelagert wird, wenn dort sagen wir Mal 2 Mehrfamilienhäuser mit jeweils 6 Parteien liegen? Nichts. Die Polizei ist dann relativ machtlos. Nur auf Verdacht wird man keinen Durchsuchungsbeschluss für 12 Parteien bekommen. Beim Auto oder einem Motorboot ist es viel einfacher - aufgrund der Größe kann man es nicht Mal eben irgendwo in einem z. B. Kellerraum verstecken. Alleine schon aufgrund der Größe ist es also viel leichter genau lokalisierbar und somit ein (!) möglicher Besitzer/Mieter des Grundstücks zu ermitteln. Dann ist es viel einfacher, einen Durchsuchungsbeschluss zu bekommen und das betreffende Gebiet, Garage o.ä. durchsuchen zu lassen. Noch viel komplizierter wird es, wenn das Motorrad (aber auch Auto oder Boot) ins Ausland transportiert wurde und erst mit einem Rechtshilfegesuch die Polizei/Staatsanwaltschaft des betreffenden Landes um Amtshilfe gebeten werden muss. Da vergehen dann schnell Tage oder Wochen, bis sich vor Ort jemand rührt und der Anzeige nach geht - ob dann das Motorrad/Auto/Boot noch auf der bekannten Position steht bzw der Tracker noch Strom hat und weiterhin aktuelle Positionsdaten übermittelt, ist mehr als fraglich. Zwar haben viele GPS-Tracker zusätzlich eine eigene Stromversorgung (Handybatterie), jedoch reicht diese in der Regel für höchstens 1-2 Tage - unter idealen (klimatischen) Bedingungen.

Wenn ich einen GPS-Tracker in mein Motorrad verbauen lassen würde (selbst würde ich mich da nicht dran trauen da zwei linke Hände habe), dann dürfte dieser auf jeden Fall nicht leicht aufzuspüren sein. Wenn der Tracker zum Beispiel direkt als ein zusätzlicher Verbraucher an der Motorradbatterie hängt, ist es für den Dieb ein Kinderspiel, diesen zu finden - erst einmal alles von der Batterie zu klemmen, gehört zudem bestimmt zur Standardprozedur von professionellen Dieben. Also sollte der Tracker irgendwo direkt an den Kabelbaum des Motorrads gehängt werden, damit nicht auf den ersten Blick auf die Pole der Motorradbatterie sichtbar, dass ein zusätzlicher Verbraucher verbaut ist.
Das der Tracker selbst nicht einfach im Helmfach liegen sollte, versteht sich auch von selbst. Und dann muss für den Tracker eine geeignete Position im Motorrad gewählt werden, welche die GPS- und Mobilfunksignale nur minimal behindert.

Hinzu kommt die Tatsache, dass mit einem GPS/Mobilfunk-Jammer (für wenige hundert Euro im Internet erhältlich) jeder Tracker nutzlos wird. Bei einem Großteil der Profis, die laufend Motorräder stehlen, gehören bestimmt solche Jammer zur Grundausstattung.


GPS-Tracker sind keineswegs ein Allheilmittel - eine gute Alarmanlage ist bestimmt viel mehr Wert und würde ich jedem GPS-Tracker vorziehen. Ein GPS-Tracker beugt keinen Diebstahl vor, sondern kann nur im Nachhinein eine Hilfe bei der Suche sein. Dann lieber mit Alarmanlage und guten Schloss dafür sorgen, dass der Diebstahl von vornherein verhindert wird.

Vielleicht wirst Du dank eines Trackers besser schlafen können - dadurch wird aber wie gesagt der Diebstahl selbst kein bisschen verhindert.
Verox90
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Re: GPS Tracker und Co.

#12 

Beitrag von Verox90 »

 Themenstarter

Sehe ich genauso wie du! Reine Gewissensberuhigung. Zumal sich mir der ganze Sinn dahinter noch nicht erschließt.

Zumal die dauerhaft die Batterie des Fahrzeuges belasten was ich denke mal auf Dauer nicht förderlich auf die Lebensdauer dieser auswirkt, ich denke da mal nur an den Winter. ;)
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Gelöschter User

Re: GPS Tracker und Co.

#13 

Beitrag von Gelöschter User »

Verox90 hat geschrieben: Di 12. Jul 2022, 10:12 Sehe ich genauso wie du! Reine Gewissensberuhigung. Zumal sich mir der ganze Sinn dahinter noch nicht erschließt.

Zumal die dauerhaft die Batterie des Fahrzeuges belasten was ich denke mal auf Dauer nicht förderlich auf die Lebensdauer dieser auswirkt, ich denke da mal nur an den Winter. ;)
GPS-Tracker sind keine großen Verbraucher und solange das Motorrad regelmäßig und nicht nur kurze Strecken gefahren wird, sollte es weder für den Füllstand noch Lebensdauer der Batterie von nennenswerter Bedeutung sein. Falls aber der Füllstand vor allem im Winter für längere Zeit unter ein kritisches Niveau fällt, dann dürfte sich das natürlich negativ auf die Lebensdauer der Batterie auswirken. Das kann aber auch ohne GPS-Tracker nach einigen Wochen (je nach Umgebungstemperatur) Stillstand passieren - bei den neuen nmax-Modellen mit Keyless-Funktion offensichtlich auch schon früher.

Fährt man täglich im Schnitt mindestens 10-20km, sehe ich da kaum Probleme. Ansonsten kann es kaum Schaden, dauerhaft (zumindest aber bei längerem Stillstand d. h. im Winter und mit Tracker bereits nach mehreren Tagen) ein Ladegerät an die Batterie zu klemmen - Dank Erhaltungsladefunktion wird Batterieschonend immer ein optimaler Füllstand gehalten und eine lange Lebensdauer der Batterie ist somit gewährleistet. Hat man keine Möglichkeit, die Batterie dauerhaft an ein Ladegerät anzuschließen, bleibt nur den Tracker oder am Besten das ganze Motorrad bei längerem Stillstand von der Batterie zu klemmen - und je nach Dauer des Stillstands am Besten die Batterie auszubauen und an einem nicht zu kalten Ort zu lagern.
Gelöschter User

Re: GPS Tracker und Co.

#14 

Beitrag von Gelöschter User »

Anscheinend hat sich bei der Technik der Tracker hinsichtlich Stromverbrauch in den letzten etwa 10 Jahren einiges zum positiven getan 🤔

Es gibt in der Bucht (eBay) schon Geräte für um 10 (ja genau, ZEHN) Euro, jedoch halte ich das für China-Schrott. Bei diesen niedrigstpreisigen Geräten ist der Akku so klein dimensioniert (teilweise nicht einmal 200 mAh aber soll angeblich mehrere Tage Standby durchhalten) und andererseits steht nirgendwo der genaue Verbrauch in mAh im Standby im Betrieb.

Ich habe gesehen, dass Geräte für 100-150€ mit 5000 mAh Akku und Standby bis zu 90 Tagen beworben werden. Selbst unter schlechten Wetterbedingungen sollte der Akku also 20-30 Tage ohne zusätzliche Stromversorgung halten - ein sehr guter Wert wie ich finde. Wenn dem wirklich so ist, braucht man sich keinerlei Gedanken darum zu machen, das der Tracker die Batterie des Motorrads nach 2-3 Wochen leer saugt.

Im Louis Online-Shop habe ich Tracker ab 100€ gesehen und ich glaube, dass ist auch die Größenordnung, die man mindestens für ein vernünftiges Gerät ausgeben muss. Außerdem hat man bei solchen Preisen in der Regel nicht mit irgendwelchen NoName-Herstellern aus Fernost zu tun, sondern mit Firmen, die bei Fragen oder Problem auch entsprechenden Support bieten (auch wenn wahrscheinlich die Geräte ebenfalls aus China kommen - was aber nicht grundsätzlich bedeutet, dass alles von dort 💩 ist: entsprechende Bezahlung vorausgesetzt, bekommt man auch von dort hohe Qualität).

Zwar ändert die positive Entwicklung in Sachen Stromverbrauch und Akkukapazität nichts an der anderen Nachteilen von GPS-Trackern, jedoch wollte ich meine neuen Erkenntnisse bezüglich der Akkukapazität und Standby-Zeit noch mitteilen.

Eine kleine Sache noch: einige Hersteller bieten die Tracker mit eigenen SIM-Karten an, wo man monatlich um die 5€ Blechen soll (für Datenübermittlung). Solche Angebote kenne ich von GPS-Trackern für Hunde und Katzen (kein Scherz, gibt es viele auf dem Markt - auch für große Nutztiere) und davon würde ich natürlich abraten! Unbedingt nach einem Gerät Ausschau halten, das mit jeder beliebigen SIM-Karte funktioniert und man sich nicht einen Laufzeitvertrag ans Bein bindet. Dann einfach eine von Aldi, Lidl, Fonic o.ä. holen und fertig. Die bieten in der Regel nicht nur Datenpakete für mehrere Euro monatlich an, sondern ebenfalls noch die klassischen, alten Tarife für 9 Cent je Minute und etwa 29 Cent je MB Datenvolumen. Die Tracker senden ja nicht ständig Daten und daher liegt man in der Regel bei wenigen Cent bis vielleicht 1 Euro im Monat an kosten - schließlich werden ja keine YouTube-Videos vom Tracker übertragen, sondern nur GPS-Koordinaten und ggf. ein paar zusätzliche Bytes für Gerätestatus. Solange man also nicht selbst den Tracker täglich hundert Mal "anpingt" und die aktuellen Positionsdaten abfragt, dürfte sich der monatliche Datenverbrauch wahrscheinlich im Bereich von ich schätze allerhöchstena 1 bis 2 MB bewegen - und das auch nur, weil die Netzanbieter meines Wissens in den Classic-Tarifen in 10 Kilobyte-Schritten abbrechen.

Die vom Tracker übermittelten Daten dürfen sich ehern im Bereich von vielleicht 100 Byte bewegen (in der anderen Richtung sogar nur Bruchteil davon). Aber selbst bei 10 KB je Statusabfrage und sagen wir Mal der Tracker schlägt 10x täglich an oder wird über einen Handyapp angepingt, sind das gerade einmal rund 1 MB oder etwa 30 Cent an Kosten für die SIM-Kartennutzung im Monat.

So...bin raus aus dieser Thematik - habe genügend Romane dazu jetzt geschrieben 😁 Als Frührentner hat man aber auch die nötige Zeit 🤭
Ecki
Beiträge: 178
Registriert: Mo 1. Jun 2020, 14:39

Re: GPS Tracker und Co.

#15 

Beitrag von Ecki »

In D gibt es eine kostenlose SIM-Karte mit 200MB vom Anbieter "Netzclub".
Das ganze ist natürlich werbefinanziert man bekommt täglich Werbemails.
200MB reichen voll aus dafür, ein kostenloses emailkonto gibt's bei Web de, gmx, Google und wie sie alle heissen.

Reicht auch für die Onlineservices im Auto von VW, Seat, Skoda, Kia...
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Ecki für den Beitrag:
Verox90 (Sa 16. Jul 2022, 10:07)
Yamaha Nmax 125 Bj 2020, F.B Mondial Sport Classic Pagani 125, MBK Nitro 50ccm Bj 1998
VW Polo AW GTI 2.0 (noch ohne OPF) :mrgreen:
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